TSV Rottweil

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Werwölfe schicken Tabellenführer nach Hause

Die Basketballer des TSV Rottweil besiegten in einem packenden Spiel den bis dato ungeschlagenen Tabellenführer aus Ravensburg mit 83:78. Damit rückten sie auf Rang 5 vor. Manchmal hat man eigentlich keine Chance, nutzt sie aber trotzdem. In dieser Hinsicht sorgten die Werwölfe in der Basketball-Landesliga am Wochenende für die Überraschung des Spieltages, schlugen in der Doppelsporthalle den Tabellenführer TSB Ravensburg in einem packenden und bis zur letzten Minute umkämpften Spiel verdient.


"Natürlich war das so nicht unbedingt zu erwarten, aber wir haben dem Spitzenreiter vom Anpfiff weg Paroli geboten. Ich denke, wir haben uns den Sieg mit einer guten Teamleistung verdient. Alle Spieler haben gepunktet. Keiner war ein Ausfall. „Am Ende kackt die Ente“, hat schon Frank Buschmann gesagt. Ravensburg hat bis zur vorletzten Minute geführt – wir am Ende", sagte ein erfreuter TSV-Coach Franz Hellbach zum ersten Heimsieg der Saison. Es war ein Spiel das alles zu bieten hatte was Basketball so attraktiv macht. Fight, enger Spielstand, begeisterte Fans, Unstimmigkeit mit dem Schiedsrichter. Ausschlaggebend für den Sieg war ein überragendes Schlussviertel, dass die Werwölfe mit deutlichen 27 zu 13 gewinnen konnten. Doch chronologisch.

Die ersten Punkte gehörten durch Georg Klein den Gastgebern. Doch die wurden schnell durch ein 4-Punkte Spiel (3 Punkte Treffer + 1 Freiwurf) des starken Ravensburger Spielmachers Völker egalisiert. So starteten die Gäste erwartungsgemäß stark mit einer 15:6-Führung Mitte des ersten Viertels, doch die Neckarstädter beeindruckte das überhaupt nicht und sie konnten sich, nach Umstellung der Verteidigung von Zonen- auf Mannverteidigung bis zum Ende auf 18 zu 26 heranarbeiten. Ausgeglichen dann das zweite Viertel (18:19). Zwar startete Ravensburg sehr dominant und konnte zur höchsten Führung des Spiels (+15 Punkte) zulegen, aber die Werewölfe ließen nicht nach und vor allem Manni Zimmermann konnte sich ein ums andere Mal unter dem Korb durchsetzen. So blieb man bis zur Pause unter dem magischen 10 Punkte Abstand. „Unser Gameplan klingt relativ einfach: das Spiel möglichst lange eng halten und darauf setzen, dass die Ravensburger dann nervös werden“, so der Coach nach dem Spiel. 

Und der Plan schien aufzugehen, hörte man doch sehr laute Worte in der Halbzeitpause aus der Ravensburger Spielerkabine. Teilwieise schon hochfoulbelastet, nervös und ruppig begann die zweite Hälfte. Besonders Gästecenter Smailagic zeichnete sich ein ums andere Mal durch eine sehr physische Spielwiese aus, die auch von den Schiedsrichtern nicht unterbunden wurde. Unrühmlicher Höhepunkt, dann seine Auseinandersetzung mit Georg Klein in der 23 Minute. Zwischen beiden kam es zu einem Handgemenge, in das sich dann leider als Bankspieler auch noch Max Fuchs einmischte. Nach fünfminütiger Spielunterbrechung schicken die Schiedsrichter alle drei Spieler mit disqualifizierendem Foul vorzeitig zum Duschen. Diese abrupte Unterbrechung des Spiels konnten zuerst die Rottweiler besser nutzen und arbeiteten sich Punkt für Punkt heran. Diesmal wieder mit geschickten Anspielen unter den Korb, diesmal allerdings über Andy Schmötzer, der fleißig Punkte sammelte. Ganz schlechte letzte drei Minuten, in denen die Ravensburger souverän zeigten warum sie bisher ungeschlagen waren führten zu 10 Gästepunkten und zum alten Abstand von 9 Punkten. Lediglich Niko Rapeljenovic konnte mit einem erfolgreichen Dreier dagegen halten. Was dann folgte war ein Finale Furioso. Die Werwölfe spielten den Meisterschaftskandidaten teilweise an die Wand. In den ersten Minuten waren es vor allem Benny Schmidt und Tobias Lux die ein ums andere nur durch Foul zu bremsen waren und erfolgreich punkteten und auch die Bonusfreiwürfe sicher verwandelten. Bis auf 2 Punkte hatten sich die Werwölfe wieder herangearbeitet und den folgenden gegnerischen Angriff bis zur letzten Sekunde hervorragend verteidigt, als diese mit einem Buzzerbeater von Vöckler wieder auf 5 Punkte davon zogen. Dies schien der Neckbreaker für die Rottweiler gewesen zu sein, gab man doch mit zwei weiteren nervösen Angriffen weitere Punkte ab. 73 zu 65 wieder der Rückstand. Doch nun stand das Publikum wie eine Wand hinter den Werwölfen. Rückkehrer Elias Lopez und Manni Zimmermann holten ein um den anderen Rebound unter den Körben. Vorne machten Lopez und Alex Weinholz die wichtigen Punkte. Ein Wechselbad der Gefühle für die Zuschauer. Nur unterbrochen von insgesamt drei Auszeiten in den letzten 120 Sekunden des Spiels. Aber die Rottweiler Kampfkraft hatte den Elan der Ravensburger gebrochen. Ganze 2 Punkte gelangen ihnen noch in den Schlussminuten. So konnten die Fans dann in den letzten 15 Sekunden des Spieles, die beiden Freiwurfschützen der Rottweiler mit „ihr könnt nach Hause fahren“-Gesängen in Richtung der Gäste begleiten. Entscheiden in diesem Spiel neben dem 100%igen Einsatzwillen der Werwölfe die Schlussminuten, in denen die Rottweiler alle wichtigen Würfe trafen und besonders an der Freiwurflinie Nervenstärke zeigten. Endstand 83 zu 78.

 

Enstand: 83:78
(18:26, 18:19, 20:20, 27:13)

für den TSV Rottweil spielten: 
Max Fuchs (4 Punkte), Marc Gröger, Georg Klein (2), Elis Lopes (5), Tobias Lux (14-2 Dreier), Gero Neher (6), Niko Rapljenovic (6), Benjamin Schmid (11-1), Andreas Schmötzer (11), Alexander Weinholz (8), Manni Zimmermann (16 - 1)

 

Den ausführlichen Zeitungsbericht kann man hier nachlesen.